Daniela Peukert | Produkt - Design - Forschung

Visionen für 2030

Visionen für 2030

Im Rahmen des Projekts „Zukunftsstadt Lüneburg 2030+“ habe ich Studierende der Leuphana Universität Lüneburg dabei unterstützt, ihre Visionen für die Stadt Lüneburg visuell auszudrücken. In dem vom BMBF geförderten Wettbewerb arbeiten in 25 Seminaren jeweils 30 Studierende an Lösungsszenarien zu vielfältigen Zukunftsthemen wie Stadtplanung, Ernährung, Mobilität, Energie und Arbeit. Alle Seminarthemen verbindet dabei der gemeinsame Anspruch, eine nachhaltige Zukunft für die Stadt Lüneburg entwerfen zu wollen, die sich an den „sustainable development goals“ der Vereinten Nationen orientiert.

Insgesamt 50 Studierende erlernen in den Visualisierungs-Werkstätten Techniken, um ihre Visionen anderen Menschen auf einfache und verständliche Weise erklären zu können. Sie identifizieren die Schlüsselbegriffe ihrer Themenschwerpunkte, beschreiben Probleme und Lösungsansätze und lernen, diese in verständliche Bilder zu übersetzen. Anschließend arbeiten sie auf die Vision ihres Themas hin, in dem die übersetzten Begriffe mit Hilfe von Elementen des Storytellings zu einem schlüssigen Gesamtbild zusammengefügt werden. Auf der entstandenen Visualisierung werden wechselseitige Abhängigkeiten von Problemen und Lösungen deutlich und die unterschiedlichen Ideen können auf einen Blick erfasst werden.

Vom 24. bis 25. Februar 2016 waren die Visionen in einer Ausstellung im Rahmen der Konferenzwoche in den Gängen der Leuphana Universität zu sehen. Dabei hatten die Seminar-Teams Gelegenheit ihr Ideen und Visionen den Besuchern zu erklären und mit verschiedenen Akteuren zu diskutieren. Um die Visionen der 25 Projektseminare zu einem ganzheitlichen Zukunftsbild für Lüneburg zusammenzuführen, trafen sich in dieser Zeit außerdem Studierende, Vertreter der Stadt und weitere Akteure zu zwei Vernetzungs-Workshops. Alle Ergebnisse werden dem Oberbürgermeister Lüneburgs am 07.04.2016 in Form eines digitalen Atlas überreicht. Mit etwas Glück ist Lüneburg mit Hilfe der dargestellten Visionen der Leuphana-Studierenden eine der acht Kommunen, die im Jahr 2018/2019 innovative Teile Ihres Konzeptes praktisch umsetzen darf.

Design denken in den Schweizer Bergen

Design denken in den Schweizer Bergen

In der Abgelegenheit des altehrwürdigen Grandhotel Giessbach am Brienzer See in der Schweiz, trafen sich Designer und Designforscher vom 28. – 31.01.2016 zur Unfrozen Konferenz.

Nach dreijähriger Unterbrechung beendete das Swiss Design Network mit diesem Winter Summit seinen Winterschlaf. Das abwechslungsreiche Programm aus Keynotes, Parallel Talks, Workshops und Fireside Talks adressierte ein sehr breites Themenspektrum von Typografie, Textildesign, visueller Kommunikation bis zu partizipativen Ansätzen der Designforschung, Social Design, Designgeschichte und Critical Design. Die intensiven Dialoge, die besondere Atmosphäre des Ortes und die Aufmerksamkeit der Organisationen machten die Unfrozen zu einer ganz besonderen Konferenz mit vielen Gelegenheiten zum spannenden Austausch bei Outdoor Raclette, Kamingespräch oder einer Wanderung zum See.

Ein Highlight der Konferenz war der Fireside Talk von Ruth Baumeister. Sie forscht an der Arhus School of Architecture in Dänemark und sprach über Max Bills «Die Gute Form» versus Asger Jorns «Dynamic Form». Der historische Disput der beiden Designer dient Baumeister als Ausgangslage für eine Diskussion über feste Werte und Veränderung als Voraussetzung von Design.

Shiro Inoue, PhD Candidate der Northumbria University (UK) berichtete in seinem Parallel Talk „Design Reductionism: how information reduction can prompt designers’ imagination“ über den unterschiedlichen Umgang mit Design Artefakten von Design- und Management-Studierenden und eröffnete einen spannenden Ansatz.

Zusammen mit meiner d:t kollegin Andrea hatte ich am Samstag die Möglichkeit erste Zwischenergebnisse der Studie „Designing competences and roles of design researchers“ vorzustellen und zu diskutieren. Besonders die Tatsache, dass sich Designer und Designforscher zukünftig verstärkt in einer vermittelnden Rolle sehen, diese aber in der aktuellen Realität kaum ausführen, finden wir so spannend, dass wir dem tiefer auf den Grund gehen möchten. Weitere Formate dazu sind bereits in der Pipeline. Stay tuned!

Podiumsdiskussion Lilienthal Designpreis

Podiumsdiskussion Lilienthal Designpreis

Im Rahmen der Preisverleihung des Lilienthal Designpreises Mecklenburg-Vorpommern diskutiere ich mit Vertretern aus Designwirtschaft und Lehre die zukünftige Rolle von Gestaltung:

„Gestaltung in einer veränderten Welt: To Do´s für M-V“

Wir werden der Frage nachgehen, welche Aspekte die sich verändernde Welt ausmachen und wie sich diese auf das Design auswirken. Außerdem diskutieren wir die daraus resultierenden Perspektiven für die Gestaltung und für Mecklenburg-Vorpommern als Design-Standort.

Donnerstag, 10.12.2015 | 15:00-18:00 Uhr
phanTECHNIKUM Wismar
Zum Festplatz 3 – 23966 Wismar

Resümee

Umgeben von den historischen Technikartefakten des phanTECHNIKUMs in Wismar diskutierten die Podiumsteilnehmer die zukünftige Rolle von Design: Wie begegnen wir der digitalen Revolution? Ist bald jedes Ding ein Computer? Und wie bereiten die Hochschulen die Studierenden auf die neuen Herausforderungen vor?

„Die Absolventen kommen bestens ausgebildet zu uns. Sie beherrschen alle Tools und Programme hervorragend, jedoch mangelt es ihnen immer häufiger an der Kommunikationsfähigkeit im Umgang mit Kollegen und dem Kunden.“, so Ulrike Mayer-Johanssen von der Agentur MetaDesign in Berlin. Dieser Entwicklung möchte die Lehre entgegenwirken, in dem sie trotz gestraffter Studienprogramme Platz schafft für die Auseinandersetzung mit anderen Positionen und der Reflexion der eigenen Arbeit. So hat sich die Burg Giebichenstein bewusst für den Ausbau der Bibliothek statt eines neuen Rechenzentrums entschieden.

Wir befinden uns an einem Punkt der technischen und digitalen Entwicklung, an dem wir viel ausprobieren und unterschiedliche Zukunftsszenarien denkbar sind. Um mit der daraus resultierenden Unschärfe der Entwicklung des Designberufs umgehen zu können, braucht es einerseits eine große Sicherheit in der Handhabung gestalterischer Werkzeuge und Methoden und andererseits ein hohes Maß an Flexibilität in deren Anwendung und Adaption in neuen Themenfeldern.

London calling

London calling

Anfang November konnte ich mein PhD-Projekt bei der PhD by Design Konferenz am Goldsmith College in London vorstellen und diskutieren. Gemeinsam mit meinen deutschen Designforschungskolleginnen Andrea Augsten, Jana Thierfelder und Vera-Karina Gebhardt hatte ich die Gelegenheit unterschiedliche Wissenschaftskulturen und Ansätze praxisbasierter Designforschung in Großbritannien kennenzulernen. Der Austausch mit den internationalen Kollegen über meine Arbeit und den PhD-Prozess im Design war sehr wertvoll für meine weitere Arbeit. Insgesamt wurden 65 Beiträge aus 39 unterschiedlichen Institutionen und 16 Ländern präsentiert.

Seminar Designtheorie

Seminar Designtheorie

Ab diesem Herbst unterrichte ich im Bachelor „Integriertes Design“ das Fach „Designtheoretische Grundlagen und wissenschaftliches Arbeiten“ an der Hochschule Anhalt in Dessau. Gestern konnten wir bereits die neu gestaltete Bibliothek der Hochschule besichtigen und Strategien der Literaturrecherche kennenlernen. Ich freue mich auf viele weitere spannende Seminartage!

Partizipation – und dann?

Partizipation – und dann?

Anfang September fand in Basel die International Transdisciplinarity Conference 2015 unter dem Titel „Sustainability and Health: emerging topics and new challenges for inter- and transdisciplinary research“ statt. Sie wurde durch das Td-net und die Schweizer Akademie der Wissenschaften organisiert und dockte an eine größere Gesundheitskonferenz an. Leider führte dieser Zustand, der ursprünglich wahrscheinlich zu Synergieeffekten führen sollte, eher dazu, dass sich die kleine Td-Community in der Masse verlor und die eigentlich grundlegenden Fragestellungen der transdisziplinären Forschung verwässert wurden und nicht über partizipative Ansätze hinaus gingen.

Die rund hundert internationalen Teilnehmer kamen aus allen Bereichen der transdisziplinären Forschung. Das Potential dieser diversen Gruppe wurde jedoch durch die langweilige Mischung allzu etablierter Konferenzformate ohne weitere Möglichkeit zum Austausch leichtfertig vergeben. Hier gibt es dringenden Bedarf an der Gestaltung neuer Tagungs-, Workshop- und Gesprächsformate. Interessanterweise hat dies das Design noch nicht für sich entdeckt. Das wird sich ändern!

Trotz meines ernüchternden Fazits zur Konferenz war Basel für mich sehr erfolgreich: der gemeinsame Konferenzbesuch zusammen mit den anderen PhD´lern und zukünftigen Kollegen, das Verorten wichtiger Akteure und Institute im TD-Feld und besonders das spannende erste Treffen meiner beiden Betreuerinnen Ulli Vilsmaier und Claudia Mareis im IXDM an der FHNW!